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Das Wirtschaftsforum See-Lac bot eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Meinungen.

 

Courtepin | Am zweiten Wirtschaftsforum See-Lac des Regionalverbands See fanden Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik am Donnerstag in Courtepin eine Plattform für den gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und Meinungen. Im Zentrum stand dieses Jahr das Thema Berufsbildung. 

Das Wirtschaftsforum See-Lac, das laut Daniel Lehmann, Oberamtmann des Seebezirks, ein Treffen zwischen Politik und Wirtschaft der Region und einen informellen Austausch ermöglichen soll, stand dieses Jahr ganz im Zeichen von Aus- und Weiterbildung. Referent Christophe Nydegger, Vorsteher des Amtes für Berufsbildung, führte am Donnerstagabend im grossen Saal der Mehrzweckhalle Festisport in die Chancen und Probleme der Berufsbildung im Kanton Freiburg ein. Für ihn besonders erfreulich: 66 Prozent der Freiburger Jugendlichen absolvieren eine Lehre, davon rund 17 Prozent mit Berufsmatura. Für die Lernenden stehen Ausbildungen in rund 180 verschiedenen Berufen zur Verfügung. Für Jugendliche mit Schulschwierigkeiten besteht die Möglichkeit, eine Vorlehre zu machen. Allerdings können nicht alle ihre Berufsschule im Kanton besuchen, so sind rund 1000 Jugendliche gezwungen, in Lausan-ne oder Bern in die Schule zu gehen. «Für uns ist das, als würden sie ins Ausland gehen», bedauerte Nydegger diesen Umstand. Eine Besonderheit des Freiburger Systems besteht darin, dass vereinzelt die Ausbildung zweisprachig absolviert werden kann. «Zweisprachigkeit ist ein enormer Pluspunkt für die spätere berufliche Laufbahn», so der Fachmann. Allerdings lassen sich laut Nydegger nur sehr wenige Lernende dafür motivieren. An die Unternehmen im Kanton gerichtet, betonte er, dass Lernende gemäss einer Studie aufgrund ihrer qualitativ guten Leistungen durchaus rentabel sind. Derzeit engagieren sich rund ein Viertel der im Kanton ansässigen Firmen aktiv für die Berufsbildung und bieten Lehrstellen an – es gäbe also durchaus noch Potenzial. Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty griff in seiner Rede die Herausforderungen der «digitalen Revolution» auf, welche die Arbeitswelt vor neue Herausforderungen stellt. Dabei sieht er Weiterbildungen als absolut notwendig an: «Ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis reicht heute nicht mehr.» Auf kantonaler Ebene wird darum überlegt, wie Umschulungen organisiert werden können, damit Arbeitnehmende den neuen Anforderungen gerecht werden.

Lesen Sie weiter im «Anzeiger von Kerzers» vom 14. Februar 2018.